Warum wird aus Qipu „Shoop“?

Am 11. August verkündete der etablierte Cashback-Anbieter Qipu, sich am 16. August 2016 in „Shoop“ umbenennen zu wollen. Mit dem neuen Namen soll auch ein Neudesign erfolgen. Wir fragten bei Qipu nach, was es mit dem Nameswechsel auf sich hat, bis zum Redaktionsschluss blieb man uns aber eine Antwort schuldig [Update 17.08.2016: Die Antwort liegt uns jetzt vor]. Bis dahin konnten wir aber schon einmal einige Fragen klären:

Wurde Qipu verkauft?

Nein. Shoop wird der gleichen Gesellschaft gehören wie Qipu. Letztlich ist die Muttergesellschaft von Qipu/Shoop die Maple Syrup Media Ltd., der sowohl Quidco (die größte Cashback-Seite im Vereinigten Königreich) und Shoop.com (französische Version von Quidco/Qipu).

Warum erfolgt die Umbenennung?

Bislang können wir nur mutmaßen. Da Maple Syrup (auf Deutsch „Ahornsirup“) die Marke „Shoop“ bereits in Frankreich verwendet, scheint man den neuen Namen auch auf dem deutschen Markt verwenden zu wollen. Möglicherweise glaubt man, dass der Name massentauglicher sei. Eine Recherche zeigt, dass Maple Syrup die Marke „Shoop“ im Januar 2016 als Marke anmeldete.

Was bedeutet Shoop und wie spricht es sich aus?

Wahrscheinlich ist eine Assoziation mit Shopping angedacht. Es gibt einen gleichnamigen Salt’n’Pepa-Song aus 1993, der Shoop im Rahmen seiner amerikanischen Slangbedeutung verwendet. Ob das den Namensgebern bei Qipu bewusst war, wagen wir zu bezweifeln.

Ausgesprochen soll der Name wahrscheinlich Schub kligen – einen Hinweis darauf liefert die Qipus Domainregistrierung von schub.de.

Wie geht es mit Shoop weiter?

Wir sind gespannt auf die Veröffentlichung des neuen Auftritts am kommenden Dienstag. Vermutlich wird sich außer dem Design nicht viel ändern. Wahrscheinlich wird das Rebranding aber von einer Werbekampagne begleitet werden, mit der Shoop hofft, neue Kundschaft anziehen zu können. Die iGraal-TV-Spots Anfang des Jahres verschwanden schnell wieder aus dem Fernsehen – ein Hinweis für uns, dass sich Massenwerbung für Cashback in Deutschland derzeit noch nicht lohnt.

Was hat es mit der AGB-Aktualisierung auf sich? [Update 16.08.2016]

Zum 16.08. wurde von „Qipu“ auf „Shoop“ umgestellt. Wenn man sich einloggen will, muss man neue AGB bestätigen. Dabei ändern sich laut dem Anbieter die folgenden Paragraphen:

§2 (8) enthält nun eine Ausnahmeregelung im Bezug auf externe Links im Zusammenhang mit Freunde-werben-Freunde und anderen Empfehlungs-Marketing-Programmen, welche die Qipu GmbH im Auftrag für Partner (z.B. Sparhandy) betreibt
§3 die Cashback-Voraussetzungen wurden um den Punkt (6) ergänzt, dass Du bei gekennzeichneten Angeboten zusätzlich zu dem beschriebenen Cashback einen Wertgutschein erhalten kannst, wenn Du die hierfür aufgestellten Bedingungen erfüllst
§4 (3) über Mindestauszahlugsbeträge sowie §4 (5) über die Auszahlung per Wertgutschein wurden aktualisiert bzw. ergänzt
§8 über die Rechteübertragung wurde hinzugefügt; damit können wir Kommentare und Bewertungen, die ein Nutzer eingestellt hat, auch über dessen Account-Löschung hinaus z.B. auf unserer Website zitieren

Wir haben uns die Änderungen im Detail angesehen. Die Änderungen 1-3 erscheinen uns unbedenklich, denn sie präzisieren letztlich nur bestehende Regeln, ohne diese zu ändern. Änderung Nr. 4 hat es aber in sich: Wer Kommentare oder Meinungen auf Shoop postet, gibt damit das Recht an seinem geistigen Eigentum an diesen Äußerungen auf, erhält dafür aber nicht einmal eine Kompensation. Shoop kann im Gegenzug aber mit den Nutzermeinungen unbegrenzt Werbung treiben. Nicht einmal mit einer Accountlöschung erlangt man das Recht über sein Geschriebenes wieder. Auch ist es damit faktisch unmöglich, eine Äußerung wieder zurückzunehmen, wenn Shoop dies nicht Recht sein sollte.
Es empfiehlt sich daher in Zukunft, vor dem Posten eines Kommentars bei Shoop zweimal zu überlegen, ob man das wirklich will.

Update 17.08.2016: Wir fragten bei Shoop nach, was der Hintergrund dieser neuen Regelung sei:

Wenn Kunden ihren Account löschen lassen, mussten wir in der Vergangenheit auch alle Kommentare des betreffenden Nutzers löschen. Dies reduziert die Informationsbasis als Entscheidungsgrundlage für alle Shoop.de Kunden und führt zu einer insgesamt schlechteren Nutzererfahrung. Wir streben eine transparente Darstellung zu Erfahrungen mit Händlern und deren Deals und Angebote auf Shoop.de an und dies über einen möglichst langen Zeitraum.

Die Hintergründe des Rebrandings [Update 17.08.2016]

Auf Nachrage nach den Gründen der Umbenennung teils uns die Shoop-Pressestelle mit, dass sie davon überzeugt seien, dass die Marke Shoop.de von ihrem Klang bzw. der Phonetik her im Vergleich zu Qipu mehr Potential habe. Nutzerbefragungen und Test-Pannels bestätigen diese Einschätzung. International solle der Name Shoop Synonym werden für ein exploratives Online-Shoppen.

4 Gedanken zu „Warum wird aus Qipu „Shoop“?“

  1. Aha, gut, dass Ihr so viele Infos habt! Ich hatte schon etwas sorge um mein Guthaben bei qipu, aber dann ist ja vorerst wohl alles beim alten!

  2. tatsächlich ist qipu ein verdammt komischer name, shoop klingt besser und sinnvoller – wir mögen nur alle keine änderungen! [Schmähkritik redaktionell vom Endes des Beitrags entfernt]

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